Wie wird Facebook genutzt?


Nutzer von Internetangeboten wie Facebook spendieren inzwischen mehr Zeit für ihre digitalen Sozialkontakte als für Mittagessen und Abendbrot zusammen. Den meisten geht es vor allem darum, sich selbst in Szene zu setzen, wie eine neue Studie zeigt.

Die Nutzung eines Online-Netzwerks wie Facebook verbraucht im Alltag der Bundesbürger schon so viel Zeit wie Mittag- und Abendessen zusammen. Durchschnittlich verbringen die Nutzer eines Sozialen Netzwerks 54 Minuten am Tag in ihrer Community, wie die am Montag vorgelegte neue ARD/ZDF-Onlinestudie ergab. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamts dauert eine Mahlzeit durchschnittlich 30 Minuten.

Fast eine Stunde verbringen Nutzer täglich im Online-Netzwerk

Dabei ergab die ARD/ZDF-Studie große Altersunterschiede: Jugendliche bis 19 Jahre sind täglich 77 Minuten in ihrem Online-Netzwerk unterwegs, bei den über 50-Jährigen sind es nur 33 Minuten. Die Nutzung erfüllt drei Hauptfunktionen:

  1. die Selbstdarstellung, das „Sehen und Gesehen werden“,
  2. das Vernetzen mit anderen Menschen und
  3. Informationen sowohl privater wie öffentlicher Art.

Entgegen oft gehörter Befürchtungen sind die Nutzer offenbar ziemlich sicherheitsbewusst: 85 Prozent der 622 befragten Betreiber einer eigenen Profilseite nimmt Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre vor. Allerdings legt die Untersuchung auch „einen Wandel im Umgang mit der Privatheit“ nahe.

Das mit Abstand meistgenutzte Online-Netzwerk ist Facebook – hier tummeln sich in Deutschland 19,77 Millionen Menschen ab 14 Jahren. Bei Twitter sind es der Studie zufolge nur 2,08 Millionen. Allerdings setzen nur 40 Prozent von ihnen auch eigene Tweets, also 140-Zeichen-Mitteilungen, ab – „der Rest verdingt sich weiter als bloßer „Follower“, der anderen, aktiven Usern folgt“. Hier „klaffen zwischen öffentlicher Wahrnehmung und tatsächlicher Nutzung weiter Welten“, schreiben die Autoren des Beitrags über das Web 2.0, Katrin Busemann und Christoph Gscheidle.

Erstmals untersuchte die Studie den Trend zum „Second Screen“, also die das Fernsehen begleitende Internet-Nutzung. Zwölf Prozent der Online-Nutzer suchen zumindest gelegentlich im Internet Informationen zum Thema einer Fernsehsendung, die gerade betrachtet wird. Sechs Prozent unterhalten sich in ihrer Community über eine Sendung, die sie sich gerade anschauen.
Mehr als verdoppelt hat sich die mobile Internetnutzung in den vergangenen drei Jahren. Im Jahr 2009 waren nur elf Prozent unterwegs online. Inzwischen sind es: 23 Prozent. Dabei ersetzen Tablets und Smartphones nicht den Festnetz-Zugang, sondern sie schaffen neue Nutzungssituationen und eine erhöhte Nachrage nach TV-Inhalten auf dem Mobilgerät.

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