Künstliche Intelligenz und Agilität

Künstliche Intelligenz (KI) ist, dass sich Menschen auf der Basis geeigneter Daten, neue Erkenntnisse erschließen, die ohne die KI nicht möglich wären. Zentrale These dieses Blogs ist: Der Wertschöpfungsprozess der KI ist genuin horizontal und verlangt aus verschiedenen Gründen eine andere Kultur als die klassisch hierarchische Organisation.  Diese zweite These wird nun folgend begründet.

Es gibt drei Wertschöpfungsquellen für die KI:

  • Hochqualifizierte Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten entlang des Wertschöpfungsprozesses in der KI
  • Geeignete Daten für den jeweiligen KI-Anwendungsfall und
  • Hochleistungsrechner, die sehr große Datenmengen schnell verarbeiten können

Aus der jeweiligen Anwendungsdomain entscheiden Experten (w/m), welche Frage sie mit der KI lösen können. Ein KI Experte und ein Datensiencist beurteilen, ob die Frage sich für die Einzelfallanwendung einer KI eignet und ob dafür in der Menge und Güte geeignete Daten vorliegen, die der Zielsetzung entsprechen sowie die dafür geeigneten Algorithmen entwickeln.

Sollte das der Fall sein, müssen  auf der Basis der Algorithmen in einem sehr aufwendigen Verfahren sowohl die Daten „gelabelt“ und die jeweilige KI Anwendung mit ihren Lernverfahren optimiert werden. Danach muss ein Maschinenlearn-Designer über komplexe Verfahren der Trainings- und Testverfahren die Algorithmen der KI auf die jeweilige Anwendung überprüfen und weiter optimieren, wenn es sich beispielsweise um Verfahren des Deep Learning handelt.

Sollte dieser horizontale Prozess erfolgreich verlaufen, kommt die große Herausforderung, das KI-Prototyping in neue oder bestehende Prozesse zu überführen.

Der kurze Ausschnitt zeigt, dass diese Aufgaben sich mit klassischen Hierarchien und Führung nicht mehr bewältigen lassen. Es braucht selbststeuernde agile Teams, die wegen der Prozesstransformation in agile Arbeitsweisen eingebettet sein müssen (Pull-Prinzip). Isolierte Agilitätsansätze sind in den letzten sieben Jahren wegen ihrer Insellösungen aus verschiedenen Gründen gescheitet.

Daher haben Experten für Agilität die Lehren gezogen, dass Agilität nur als ganzheitliches Konzept funktioniert. D.h. es kommt nicht allein auf die Methoden der Agilität an, sondern Agilität ist ein Konzept des Kulturwandels auf allen Ebenen der Organisation.

Das wichtigste Element ist die Koordination der Agilität auf allen Entscheidungsebenen. Auf der obersten Flughöhe werden die strategischen Entscheidungen gestellt, in welche Themen und in welchen Forschungsansätzen der KI investiert werden soll und welches Ergebnis erwartet werden.

Auf der Fachebene werden die Projekte so koordiniert und aufeinander abgestimmt, dass im Wertestrom das Pull-Prinzip funktioniert. Auf der Projektebene werden dann die jeweiligen KI Anwendungsfälle im horizontalen Wertschöpfungsprozess (siehe oben) erarbeitet. Die Metriken und Arbeitsweisen der Agilität gelten für alle Ebenen.

Im Zusammenhang mit der KI ist eine ganzheitliche Agilität aus folgenden Gründen unerlässlich:

  • KI Experten (w/m) können sich die Angebote aussuchen. Dabei muss das Gesamtpaket stimmen, d.h. Ansätze von z.B. New Work sind ein Gewinnungs- und Bindungsfaktor
  • KI Experten steigern ihren Marktwert durch Forschung in KI Fragen und deren Veröffentlichungen (sine qua non Bedingung für Arbeitsplatzwahl)
  • Das Zusammenwirken der einzelnen Experten ist extrem komplex und erfolgt über Prinzipien der Selbststeuerung. Bisherige Fachvorgesetztenkulturen der Hierachie sind disfunktional und würden auch dazu führen, dass KI Experten entweder nicht gewonnen werden und schon gar nicht zu binden sind.
  • Die Investitionskosten in einzelnen KI Anwendungen ist risikoreich. Ca. 50% der Projekte führen zunächst zu keinem Ergebnis. D.h. man benötigt für die Weiterentwicklung der KI eine Fehler- und Experimentierkultur. Scheitern als wichtigstes Moment der Wertschöpfung von KI.
  • Die technischen Fragestellung und Folgeeinschätzungen der KI sind so komplex, dass sich für diese Entscheidungen multiprofessionelle Teamstrukturen anbieten.

Fazit: Neben den drei entscheidenen Wertschöpfungsfaktoren (Mensch, Daten, Rechner) sind die Kulturänderungen zur Agilität entscheidend für einen erfolgreichen KI Prozess, insbesondere wenn es um die Gewinnung und Bindung von geeigneten Menschen geht.

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