Hoheitsgebiet Subjektivität

Darauf haben selbst die Götter keinen Zugriff!

Dieser Beitrag ist auch als Podcast verfügbar unter https://www.bepconsult.de/audio-post.html

Dieser Beitrag kann Ihnen bei der realistischen Einschätzung der Heilsversprechen der Betreiber der KI und hier insbesondere des Affective Computing helfen. Mit Affective Computing ist ein Versprechen verbunden, menschliche Gefühle zu messen, zu erkennen, zu bewerten und optimieren zu können.

Im letzten Beitrag habe ich dargelegt, dass die Psyche ist für die KI unverfügbar habe ich ausführlich dargelegt, dass schon die Grundform des Psychischen die Sensibilität, sich mit ihren Emotionen der Messbarkeit entzieht. In diesem Beitrag lege ich dar, dass die menschliche Psyche in ihrer Subjektivität wegen ihrer Komplexität und hohen Anpassungsfähigkeit überhaupt nicht messbar und damit die Nutzenversprechen von Affective Computing nicht haltbar sind.

Um den Titel dieses Beitrags „Hoheitsgebiet Subjektivität“ zu erklären, erzähle ich am Anfang die Geschichte von Sisyphos, die von Johannes Huinink stammt. Quellenangaben habe ich am Schluss dieses Beitrags aufgelistet.

Sisyphos ist vielen bekannt, als ein Mensch, der zu einer absurden, sinnlosen Tätigkeit durcg die götter verdammt wurde. Als Strafe für seine Missachtung der Götter ist er dazu gezwungen, in einem unendlich fortwährenden Zyklus einen schweren Stein immer wieder einen Berg hochzurollen oder zu -tragen, der ihm kurz vor dem Gipfel entgleitet und ins Tal hinunterstürzt. Sisyphos steigt den Berg hinab, bewegt den Stein erneut den Hang hinauf, und muss erleben, dass ihm dieser wieder entgleitet.

Bei Camus Interpretation über den Sisyphos Mythos, hat der Mensch immer die Möglichkeit, seinem Schicksal oder Aufgabe einen eigenen Sinn zu geben. Die Aufgabe, die Sisyphos durch die Götter als Strafe für seine ständige Missachtung der Götter verpasst wurde, ist nur dann sinnvoll, wenn der Stein auf dem Berg bleibt. Als Sisyphos hat er die Möglichkeit, dieser Strafe einen eigenen Sinn zu geben. Er kann den Weg zum Berggipfel als Ziel sehen, in dem es viel zu entdecken gibt. Er kann unterschiedliche Wege zum Gipfel wählen, um so den Berg von allen Seiten kennen zu lernen.

Er überlistet damit die Götter wieder einmal.

Die Wahlfreiheit und die Möglichkeitsbeziehung sind – und das werde ich in diesem Podcast zeigen –konstitutive Elemente menschlicher Subjektivität. Sie ist gleichbedeutend mit einem inneren Hoheitsgebiet auf den selbst die Götter keinen Zugriff haben.

Die subjektiven Handlungsgründe sind somit unhintergehbar. Wir Menschen haben immer Möglichkeit, uns so oder anders zu verhalten.

Die gesellschaftliche Vermitteltheit individueller Existenz bedeutet, dass es keine unmittelbar bedingte Zusammenhang zwischen Verhalten, Motiven, Absichten, Körpermerkmalen, Mimik, Gestik, Mikromimik und weiteren Gefühls- und Sprachäußerungen etc. mehr gibt. Mathematische Bedingtheitsannahmen sind kontrollwissenschaftliche Vorgehensweisen.

Die menschliche Subjektivität als psychische Widerspiegelung zwischen Individuum und Gesellschaft ist also vielfältig vermittelt. Diese Erkenntnis hat weitreichende Konsequenzen.

Einzelne psychischen Funktionen wie die Emotionalität sind vom Außenstandpunkt nicht erklärbar. In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit der Besonderheit der menschlichen Subjektivität und wie sie entstanden ist.

Im nächsten Beitrag setze ich die menschliche Subjektivität ins Verhältnis zu den Vorgehensweisen des Affective Computing.

Die Darlegung über die menschliche Subjektivität habe ich den umfangreichen Forschungsarbeiten der Subjektwissenschaft, der Naturgeschichte des Psychischen und neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaft entnommen. Quellenangaben dazu finden Sie in am Ende.

Ich bin kein Gegner der maschinellen Datenverarbeitung, die aus Marketingzwecken KI genannt wird. Sie wird uns in vielen Bereichen wertvolle Dienste leisten. Als Zertifizierter KI-Manager, Diplom-Psychologe, Personalleiter und Berater mit dem Schwerpunkt der Neurowissenschaft beschäftige ich mich intensiv mit der Anwendung der Datenverarbeitung in Zusammenhang mit menschlichen Verhalten.

Entwicklung des Psychischen von der Grundform bis zur menschlichen Psyche folgt der evolutionären Tatsache, dass die Komplexität mit der Höherentwicklung zunimmt. Dabei nimmt auch Widerspiegelungsfähigkeit der menschlichen Psyche an Komplexität und Funktionsumfang zu. Unsere angeborene Fähigkeit, jede Sprache auf der Welt zu lernen, die in dem Umfeld, in das wir hineingeboren werden, gesprochen wird, ist eine von vielen Besonderheiten der menschlichen Psyche.

Die Komplexität der menschlichen Psyche umfasst das Denken, Fühlen, Handeln, die Motivation, unsere gesamte Subjektivität und die vielfältige Verankerung in der Psyche und in unserem Körper. Sie spiegelt unmittelbare und komplexe soziale sowie gesellschaftliche Kontexte wider. Die Psyche befähigt uns in vielen lebenspraktischen und gesellschaftlichen Kontexten zu leben. Damit ist auch schon dargelegt, dass eine Aufteilung der psychischen Funktionen in Denken und Fühlen, mit der Lebensrealität der Menschen wenig bis nichts zu tun hat.

Wir haben 4,5 MIO. Jahre im Tier-Mensch-Übergangsfeld uns vom Affen zum Menschen im Wesentlichen durch eine Optimierung des Sozialverbands entwickelt. Der Mensch ist ein Doppelwesen. Er ist ein Naturwesen und gesellschaftliches Wesen.

Wir können als einziges Wesen Werkzeuge herstellen. Werkzeuge unterscheiden sich vom Mittelgebrauch eines Stocks. Schimpansen beherrschen z.B. einen generalisierten Stockgebrauch. Sie können einen Stock für das Zerschlagen einer Kokosnuss und für das Abschlagen einer Banane nutzen. Nach Erfüllung des Zwecks ist der Stock für die Schimpansen uninteressant. Es findet eine Bedeutungsdeaktualisierung statt.

Der Mensch kann einen geeigneten Stock, z.B. zur Abwehr von Raubtieren für den Fall von aufbewahren. Damit durchbricht der Mensch die Unmittelbarkeit durch Antizipation des Mittelgebrauchs. Und der Mensch kann den Stock so verändern, dass er den verallgemeinerten Zweck als Speer erfüllt. D.h. er kann von jedem anderen Menschen als Speer genutzt werden. Dadurch bekommen die Werkzeuge den Charakter verallgemeinerbarer sozialer Bedeutungen. Die vom Menschen hergestellten Werkzeuge verfügen über einen allgemeinen Gebrauchszweck. Der Mensch ist also zur Bedeutungsverallgemeinerung in der Lage, die eine Basis für die sozialen Bedeutungsstrukturen werden.

Mit der Ausweitung der Werkzeugherstellung entwickelt sich das Bewusstsein und die Sprache. Die lautlich-akustische Gestalt einer Bedeutung wandelt sich in eine verallgemeinerte Bedeutung von Begriffen, wie z.B. das Wort Hammer um, so dass die Menschen sich in Abwesenheit des Hammers über den Hammer unterhalten können.

Die Sprache wird somit zum sozialen Intelligenzverstärker.

Die vom Menschen hergestellten Lebensbedingungen führen zur Dominanz gesellschaftlicher Lebensgewinnung, die sich von der biologisch dominierten Lebensgewinnung in vielerlei Hinsicht unterscheidet. In unserem Zusammenhang ist nun interessant, welche Auswirkung die Dominanz gesellschaftlicher Lebensgewinung auf die menschliche Psyche hat.

Das psychische Widerspiegelungsverhältnis des Individuums zur Gesellschaft ist nun eines über die menschlich hergestellten Lebensgewinnungsformen vermittelt. Während der Dominanz der biologischen Lebensgewinnung war der Beitrag des einzelnen unmittelbar mit dem Überleben der Horde verbunden. Und der einzelne konnte auch nur in einer Horde überleben. Mit der zunehmenden Dominanz der gesellschaftlichen Lebensgewinnung entstehen verschiedene Möglichkeiten für den einzelnen seine individuelle Existenz in diesem Rahmen zu sichern.

Mit der Entwicklung von der biologischen Lebensgewinnung zur Dominanz gesellschaftlicher Lebensgewinnung verändert sich unser Gehirn. Ich konzentriere mich hier auf zwei Aspekte dieser Veränderungen im Gehirn.

Die systemische Neuroplastizität und die Konfiguration von komplexen psycho-neuronalen Systemen der Subjektivität.

Aufbauend auf die weitentwickelte Fähigkeit des Lernens durch die Primaten, findet eine deutliche Ausweitung der systemischen Neuroplastizität als neurobiologische Entsprechung einer angeborenen Fähigkeit zum Lernen statt.

Wir werden geboren mit etwa 100. Milliarden Gehirnzellen, die überwiegend noch nicht mit einander vernetzt sind. Die Vernetzung setzt sich nach der Geburt über die soziale Fürsorge und Bindung zu Bezugspersonen fort, die in unserem Kulturkreis die Eltern und Geschwister sind. Wir werden ohne Bewusstsein geboren. Im Laufe der ersten drei bis vier Jahre verdichten sich die neuronalen Netze der menschlichen Sprachfähigkeit soweit, dass sie die Schwingungsverhältnisse aufbauen, die unser Bewusstsein ausmachen.

Unsere Bewusstseinszustände sind an bestimmte Oszillationschwingungen gebunden, die durch hoch verdichtete neuronaler Netze erzeugt werden. Wenn wir Schlafen dann werden diese Schwingungsverhältnisse durch das Hormon Melatonin verändert.

Die systemische Neuroplastizität ist bis zur Pubertät am stärksten ausgeprägt. Die Pubertät ist die letzte große Umbauphase im Gehirn. Das Gehirn ist vorübergehend wegen Umbaus geschlossen. Ab dem 24. Lebensjahr nimmt die systemische Neuroplastizität zugunsten aufbauender Lernprozesse ab. Mit zunehmendem Alter werden das Umlernen und das Lernen von Neuem immer aufwendiger. Die Neuroplastizität auf der Mikroebene der einzelnen Neuronen bleibt bis ins hohe Alter erhalten. Aufbauend auf bestehende Erfahrungen und Wissen ist eine Lernfähigkeit bis ins hohe Alter möglich.

Die Entwicklung und Konfiguration von komplexen psychoneuronalen Systemen menschlicher Subjektivität beginnt im Mutterleib und dauert bis zum 24. Lebensjahren. Wobei die Konfiguration dieser Systeme durch den jeweiligen sozio-kulturellen Kontext erworben wird, in dem wir leben und aufwachsen. Sie sind erworben und wirken wie angeboren.

Im Mutterleib wird die Stressachse und unser Temperament konfiguriert. Nach der Geburt beginnt die Konfiguration unseres Bindungs-, Selbstberuhigungs- und Belohnungssystems. Ab dem vierten Lebensjahr werden die angeborenen Fähigkeiten der Empathie erweitert durch das bewusste Einfühlen in mich und andere. Damit einher geht die Verankerung von sozialen Werten und das Gewissen.

In der Pubertät wird der Orbitalfrontale Kortex umgebaut, der für das soziale Verhalten bedeutsam ist. Das emotionale Zentrum wird nicht umgebaut. Mit der kraftvollen körperlichen Entwicklung in der Pubertät führt dies in aller Regel zu mehr Risikobereitschaft und mangelnden Realitätssinn. Die Risikoeinschätzung und der Realitätssinn entwickeln sich als letztes psychoneuronales System nach der Pubertät. Damit einher geht die Fähigkeit zur Impulskontrolle.

Betrachten wir nun alles was bisher über die Charakteristik und Entwicklung der menschlichen Subjektivität bisher dargelegt wurde, dann können wir von einer Einmaligkeit eines jeden Menschen in seiner oder ihrer Subjektivität ausgehen. Und es gibt keine Bedingtheit oder unmittelbare Wenn-Dann-Beziehung mehr, mit der sich subjektives Verhalten messen lässt.

Damit ist die menschliche Subjektivität durch ihre Gegenstandsbeschaffenheit für die Mathematik unverfügbar.

Nach Hartmut Rosa gibt es vier Dimensionen der Verfügbarmachung.

Die erste Dimension ist das Sichtbarmachen.
Darauf folgt die zweite Dimension der Erreichbarkeit.
Die beiden ersten Dimensionen sind eine konstitutive Voraussetzung für die dritte Dimension, die eigentliche Verfügbarkeit oder Beherrschbarkeit.
Die vierte Dimension umfasst die Nutzbarkeit als Aspekt der Weltgestaltung.

Die mathematischen Methoden zur Messung menschlicher Subjektivität scheitern schon an der ersten Dimension der Verfügbarkeit. Durch ihre Gegenstandsverfehlung sind mathematische Methoden blind gegenüber der Gegenstandsbeschaffenheit menschlicher Subjektivität.

Selbst in Alltagssituationen menschlichen Handelns gibt es keine bedingten monokausalen Wenn-Dann-Beziehungen. Wenn wir jeden Morgen eine Frau mit dem Fahrrad eine Straße in Richtung Innenstadt radeln sehen, können wir bestenfalls plausible Vermutung darüber anstellen, was ihre Motivation ist. Zwischen einer Aktivität oder Handlung eines Menschen können wir von außen die subjektiven Handlungsgründe nicht erkennen. Wir müssten die Frau anhalten und fragen, warum sie jeden Morgen in Richtung Innenstadt radelt. Wir müssten uns auf ihre Antwort verlassen und können ggf. nicht beurteilen oder einschätzen, ob sie uns die Wahrheit sagt oder nicht. Selbst das Motiv einer Antwort lässt sich durch ihr Antwortverhalten nicht erkennen.

Im Kommunikationsverhalten gibt es ebenfalls keine Unmittelbarkeit oder einfache Wenn-Dann-Beziehungen zwischen Position und einem Motiv.

Eines Tages kam ein Mitarbeiter zu mir als ich Personalleiter war. Er forderte von mir mehr Gehalt, sonst würde er kündigen. Ich nahm seine Kündigung an, womit er nicht gerechnet hatte. Ich erläuterte ihn meine Motive aus Sicht meiner Funktion als Personalleiter. Er solle sich bitte vorstellen, es spricht sich im Unternehmen rum, dass man mich erpressen kann. Dann kann ich gleich meinen Hut nehmen. Und was noch viel schlimmer wirkt, was sollen die Menschen denken, die loyal zur Firma stehen, viel arbeiten ohne gleich mehr Gehalt zu fordern.

Dann fragte ich ihn, wenn du eine Gehaltserhöhung so vehement einforderst, weshalb ist dir mehr Gehalt wo wichtig? Er wirkte einen Moment überrascht und sagte dann, dass sie Nachwuchs bekommen und ein Haus auf dem Grundstück seiner Schwiegereltern bauen wollen. Ich sagte zu ihm, warum sagst du das nicht gleich. Ich kann dir ein Mitarbeiterdarlehn mit Bindungsfrist anbieten, von dem wir beide davon profitieren.

Ich erzähle diese Geschichte deswegen, um darauf aufmerksam zu machen, dass es zwischen einer Position, ich brauche mehr Gehalt, dass dahinterliegenden Motiv nicht unmittelbar erkennbar ist. Meine Motive sind in dieser Situation von der Rolle und Funktion als Personalleiter bestimmt gewesen. Seine Motive wiederum von seinem aktuellen Lebenskontext ein Haus zu bauen. Motive und Bedürfnisse des Subjekts lassen sich also nur im konkreten Lebenskontext erklären. Und wenn ich danach frage. Sie bleiben sonst im Hoheitsgebiet von außen unsichtbar.

Eine Entkontextualisierung von menschlichen Verhalten durch isolierte Messungen der Mathematik erzeugen ein statistische Kunstwesen.

Was das Erkennen subjektiver Handlungsgründe noch mal sehr erschwert, ist die Fähigkeit des Menschen zur feindlich-listigen Perspektivenverschränkung. Menschen können Lügen, ihre wahren Absichten verbergen, andere ausnutzen oder hinters Licht führen, betrügen oder schädigen. Staatliche Geheimdienstagenten aber auch Terroristen lernen dies Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Wer in diesem Kontext alles für bare Münze nimmt, was Menschen sagen oder tun, kann leicht getäuscht werden.

Und noch ein letztes Beispiel, dass gründlich aufräumt mit der Unmittelbarkeit subjektiver Handlungsgründe ist die Tatsache, dass wir viele alltägliche Handlungen vollziehen, ohne uns immer bewusst zu machen oder machen zu können, was jeweils die Motivation war.

Wir haben drei Entscheidungssysteme. Kopf, Herz und Hand. Kopf steht für Verstand, Sprache und Bewusstsein. Das Herz steht für Gefühle als Botschafter von Bedürfnissen und die Hand für unseren Körper, der ein umfassender Erfahrungsspeicher unseres Lebens ist. Herz und Körper sind nonverbal. Beide Entscheidungssysteme sind älter als unser Kopfsystem. Sie funktionieren unterhalb des Bewusstseins.

Wenn in den nonverbalen Systemen Entscheidungen getroffen werden, die zu Handlungen führen, dann kann selbst das Subjekt nicht unbedingt sprachlich erklären, warum es so gehandelt hat. Das gilt insbesondere dann, wenn der Verstand nicht gelernt hat, die Gefühle an die Hand zu nehmen oder ich nicht gelernt habe auf die täglichen Signale meines Körpers bewusst zu achten.

Insbesondere unsere Entscheidungssysteme der Gefühle und des Körpergedächtnis handeln immer im Rahmen des subjektiven Hoheitsgebietes, weil sie immer mit subjektiven Bedürfnissen und Lebenserfahrungen zusammenhängen.

Ich fasse zusammen:

Jeder Mensch ist in seiner Subjektivität einmalig.
Eine mathematische Messung menschlicher Subjektivität mit ihren psychologischen Funktionen Kognition, Emotionen und Motivation entzieht sich durch ihre dargelegten Eigenschaften der mathematischen Messbarkeit.
Es gibt keine unmittelbaren Wenn-Dann Beziehungen der Bedingtheit menschlichen Verhaltens.
Damit sind mathematische Zusammenhangsannahmen über menschliches Verhalten maximal beschreibende Hypothesen einer Statistik mit impliziten Bewertungen derjenigen, die diese Zusammenhangsannahmen konstruieren. Diese Tatsache wird uns noch im Zusammenhang mit den Überwachungsverfahren von Palentir beschäftigen.
Menschliches Verhalten ist eine komplexe und dynamische Ganzheitlichkeit.
Subjektive Handlungsgründe sind von einem Außenstandpunkt nicht erkennbar, vorhersehbar, erklärbar und selbst von den Göttern nicht zu kontrollieren, wie uns der Mythos Sisyphos nach Camus Interpretation lehrt.
Die Anwendung der Mathematik auf die menschliche Subjektivität macht den Menschen zum verwertbaren Objekt und Aggressionspunkt durch eine Herrschaft von Außenstandpunkten mit dem Ziel der Kontrolle.

Ausblick

Im nächsten Beitrag geht es darum das Affective Computing ins Verhältnis zu setzen mit der menschlichen Subjektivität. Ich untersuche die Annahme, man könne mit der modernen Form der Datenverarbeitung die menschlichen Emotionen als Teilfunktion der komplexen menschlichen Subjektivität messen und optimieren.

Quellenangaben:

Klaus Holzkamp: Grundlegung der Psychologie

Johannes Huinink: Gedanken zu Sisyphos – mit Verweisen auf Demeter und Kore/Persephone anlässlich der gemeinsamen Ausstellung mit Sabina Pächnatz in der Villa Mutzenbecher

Alexej Nikolajewitsch Leontjew: Probleme der Entwicklung des Psychischen

Volker Schurig: Naturgeschichte des Psychischen und Entstehung des Bewusstseins

Manfred Spitzer: Lernen

Gehardt Roth: Wie das Gehirn die Seele macht

Kommentare

Kommentar hinzufügen …
Noch keine Kommentare.

Gehören Sie zu den Ersten, die kommentieren.

Hinterlasse einen Kommentar