Die Psyche ist für KI unverfügbar

Einleitung

Einleitung

Herzlich Willkommen zu meinem Beitrag : Die Psyche ist für die Mathematik und die maschinelle Datenverarbeitung unverfügbar.

Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast. Zum Podcast gelangen Sie über diesen Link!

Dieser und der nächste Beitrag beschäftigen sich mit der Frage, ob die moderne maschinelle Datenverarbeitung, die allgemein künstliche Intelligenz genannt wird, die menschliche Psyche und damit die Gefühle von Menschen, mathematische Erkennen, Bewerten, Einschätzen und Vorhersagen kann.

Dieser Beitrag ist eine thematische Fortsetzung des vorherigen Beitrags, wo ich über den Mythos der Künstlichen Intelligenz gesprochen habe.

Ich bin kein Gegner der maschinellen Datenverarbeitung. Sie wird uns in vielen Bereichen wertvolle Dienste leisten. Als Zertifizierter KI-Manager, Diplom-Psychologe mit dem Schwerpunkt der Neurowissenschaft beschäftige ich mich intensiv mit der Anwendung der Datenverarbeitung in Zusammenhang mit menschlichen Verhalten.

Die künstliche Intelligenz ist eine hochmoderne Form der elektronischen Datenverarbeitung nach mathematischen Regeln, die entweder von Menschen programmiert oder von den Rechnern erstellt werden.

Ein aktueller Trend der maschinellen Datenverarbeitung ist das Affective Computing. Damit ist gemeint, menschliche Gefühle mithilfe der maschinellen Datenverarbeitung zu analysieren, zu bewerten, sozial einzuordnen, vorherzusagen und zu optimieren. Es gibt nicht wenige Informatiker, die davon überzeugt sind, dass sie mit angewandter Mathematik und maschineller Datenverarbeitung das Verhalten, die Absichten und Gefühle von Menschen erkennen und vorhersagen sowie verbessern können.

Diese Aussage weckt eine Menge wirtschaftlicher Verwertungsfantasien in der Werbe- und Warenwirtschaft sowie der Selbstoptimierungsindustrie. Denn die Werbeindustrie könnte die Wirksamkeit und damit die Preise ihrer Werbeanzeigen deutlich erhöhen. Die Apps der Selbstoptimierung lassen sich dadurch besser verkaufen. Die Messbarkeit und Vorhersagbarkeit menschlicher Gefühle zahlt auch auf eine Reihe von polizeilicher, politischer Kontroll- und Machtfantasien ein. Sie rechtfertigt die totale Überwachung der Bürger durch eine messbare – und das wird häufig gleichgesetzt – erfolgreiche Gewaltprävention.

Sie erfüllt den Traum der Politik, die Wirksamkeit politischer Kampagnen zu überprüfen und fortlaufend zu optimieren. Bei so viel wirtschaftlichem und machtpolitischem Potenzial darf die Wissenschaft des Mainstreams der Psychologie nicht fehlen. Der Behaviourismus als Reiz-Reaktionstheorie verfolgt aus ähnlichem o.g. wirtschaftlichen Interesse die Messbarkeit der menschlichen Psyche seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Wissenschaft verleiht dem Ganzen die Weihe des Objektiven und der Verallgemeinerung von Verwertbarkeit und gesellschaftlichen Nutzen.

Über den Messfetischismus der akademischen Mainstream-Psychologie

Sie legitimiert diese Ansätze als Wissenschaft. Wissenschaftsgläubigkeit kann die Bereitschaft etwas unkritisch zu akzeptieren erhöhen. Ein anschauliches Beispiel für diese Form der Wissenschaftlichkeit ist ein Interview des Spiegels mit dem Forschungsgruppenleiter am Tübingen-Max-Blank-Institut für biologische Kibernetik, Herr Schulz. Das Interview hat den Titel, wenn KI Angst bekommt, wird sie rassistisch. Dies können Sie im Spiegel Nr. 18 vom 29. April 2023 auf Seite 96 ff. lesen. In der Überschrift zum Interview werden zwei Aussagen über ChatGPT gemacht.

Über die Mystifizierung von ChatGPT durch namenhafte Medien und Forscher

ChatGPT zeigt menschliche Gefühle wie Angst und wird dann rassistisch. Damit wird der Eindruck vermittelt, die generative KI wie ChatGPT menschliches Verhalten zeigt. Wenn hochrangige Wissenschaftler auf die Idee kommen, Datenverarbeitung mit menschlichen Gefühlen und Verhalten gleichzusetzen, dann mystifizieren sie im gleichen Sinne die maschinelle Datenverarbeitung, wie die Informatik mit dem Begriff der KI. Der Wissenschaftler Schulz geht davon aus, dass menschliche Emotionen messbar sind. Eine grundlegende Problematik der Mystifizierung von ChatGPT liegt darin, dass die Erscheinungsform mit dem Wesensmerkmal verwechselt oder gleichgesetzt wird.

ChatGPT erscheint in seinen Antworten menschlich. ChatGPT ist das Ergebnis einer bestimmten Form der Datenverarbeit durch ein oder mehrere Hochleistungsrechner auf der Basis von sehr großen Datenmengen und trainierten Algorithmen. Das Large Language Model ist durch Machine-Learning-Programme anhand von Algorithmen trainiert. Eigentlich kann jeder mit gesundem Menschenverstand schon darauf kommen, dass Rechner nicht vergleichbar sind mit komplexen menschlichen Lebewesen. Im Umgang und der Bewertung von ChatGPT scheint der gesunde Menschenverstand, nicht nur in diesem Interview, keine erkenntnisleitende Funktion zu haben.

Wenn die generative KI oder Datenverarbeitung nach wie vor auf der Basis der angewandten Mathematik der Informatik ist, dann handelt es sich im Kern um die Frage, ob mathematische Methoden, die Spezifik menschlicher Emotionen überhaupt messen oder erfassen können?

Ich verneine diese Frage, indem ich die Wesensbestimmung der menschlichen Psyche und einer ihrer Grundfunktionen, die Emotionen darlege und zeige, dass sich das Wesen des Psychischen und der Emotionen schon in ihrer Grundform der mathematischen Messbarkeit entziehen.

Über die grandiose Gegenstandsverfehlung des Psychischen durch die Messfetischisten

Die Psyche und ihre Grundfunktion wie die Emotionalität sind für die Mathematik aufgrund der Gegenstandsbeschaffenheit unverfügbar. Bevor ich die Beweisung dafür erläutere, zurück zur Mainstream Wissenschaft. Dass Wissenschaftler wie Schulz von der Messbarkeit der Emotionen ausgehen, liegt daran, dass sie kein wissenschaftlich geklärtes Grundverständnis über das Psychische haben. Sie bevorzugen das Primat der Methode vor dem Gegenstand. Also messen ist wichtiger, als sich die Frage zu stellen, ob das in diesem Punkt überhaupt sinnvoll ist.

Kein Mensch kommt auf die Idee, mit dem Hammer Suppe zu löffeln.

In der Mainstream Psychologie wird so getan, als könne man mit dem Hammer Suppe löffeln. Sie bewegen sich damit auf dem Niveau wissenschaftlich stilisierter Alltagstheorien durch mathematische Verbrämung.

Wegen des fehlenden Gegenstandsverständnisses kann Schulz die Frage nicht seriös beantworten, ob mathematische Methoden sich für psychologische Fragestellungen überhaupt eignen.

Die Frage, worin sich unser menschliches Gehirn von Hochleistungsrechner und ihre Formen der Datenverarbeitung unterscheidet, habe ich ausführlich im vorherigen Podcast „Mythos KI“ behandelt.

Mystifizierung der KI durch seriöse Medien und der Forschung

Das Interview beginnt mit der Darlegung, dass der Forscher Schulz ChatGPT mit bestimmten psychologischen Methoden untersucht und seine Reaktionen fest stellt. Seine Methoden beruhen auf der Annahme, dass man Emotionen von Menschen durch Befragungen messen kann. Schulz führt die Messung der Emotionen durch eine sog. Emotions-Induktionsmethode durch.

Eine Methode, die häufig in Experiementen eingesetzt wird, um menschliche Emotionen zu erkennen und zu messen. Dabei werden Versuchsperson gebeten, möglichst detailliert Situationen zu beschreiben, in denen sie Angst haben. ChatGPT zeigt nach Aussage von Schulz bei Anwendung der o.g. Methode ein ähnliches Verhalten wie Menschen in den Versuchen. Interviews sind aus verschiedenen methodischen Schwierigkeiten die fehleranfälligste Form der Messung.

An dieser Stelle lohnt es sich, auf die Arbeitsweise von ChatGPT etwas näher einzugehen.

ChatGPT generiert Inhalte aufgrund von Fragen, die der User oder die Userin an die Datenverarbeitung stellen. Diese Inhalte werden auf der Basis mathematischer Algorithmen erstellt. Das trainierte Sprachmodell generiert dabei immer die sprachlich wahrscheinlichste Lösung des menschlichen Sprachraums. Datenbasis sind die von Menschen und der Datenverarbeitung erzeugten Inhalte im Internet bis zu einem bestimmten Zeitpunkt.

OpenAI crawlt riesige Datenmengen im Internet und speichert diese in sehr großen Datenbanken ab. ChatGPT zerlegt User-Fragen in einzelne Bestandteile, den sog. Tokens. Aus den Einzelteilen der Fragestellung setzen die trainierten Algorithmen aus riesigen Datenbeständen die Inhalte zusammen, die aufgrund der Analyse der Frage am wahrscheinlichsten ist.

Wenn ChatGPT also nach dieser Logik optimal mathematisch und zuverlässig funktioniert, generiert es bei Fragen nach menschlicher Angst, die Datenbestände menschlicher Angst, die es in den Datenmengen findet und die am wahrscheinlichsten zur gestellten Frage passen.

ChatGPT ist also eine riesige Echokammer, die auf der Basis der von Menschen und der Datenverarbeitung erzeugten Daten Antworten oder Inhalte erstellt.

Unterstellt man nun aufgrund des Antwortverhaltens von ChatGPT, dass diese Angst hat, verwechselt man das Echo mit einem Menschen. Das Echo ist hier das datentechnisches Ergebnis der von den Menschen erzeugten Daten.

Wir füttern die Datenverarbeitung mit Kartoffelbrei und sind erstaunt darüber, dass sie Kartoffelbrei ausspuckt, wenn wir danach fragen.

Damit ist die aus meiner Sicht die Substanzlosigkeit der Gleichsetzung von maschineller Datenverarbeitung mit menschlichen Gefühlen dargelegt.

Schon die Grundform des Psychischen entzieht sich der mathematischen Messbarkeit

Offen ist noch die Frage, ob menschliche Gefühle messbar sind und damit die Datenverarbeitung als fortgeschrittene Methode der Messbarkeit helfen kann, die menschlichen Gefühle besser zu verstehen oder sogar zu optimieren.

Ich beschreibe nun, was die Wesensmerkmale der Grundform der Psyche und einer ihrer Grundfunktion die Emotionen sind. Hierzu bediene ich mich im ersten Schritt der umfangreichen Ergebnisse einer Naturgeschichte des Psychischen und der kategorialen Grundlegung der Psychologie.

Warum wähle ich diese Quellen der Wissenschaft?

Die Frage einer wissenschaftlichen und damit eines verallgemeinerten Verständnisses über das Psychische und ihrer Grundfunktionen unterliegen nachvollziehbaren Kriterien einer Bildung von wissenschaftlichen Theorien. Die von mir gewählten Ansätze erfüllen folgende Qualitätskriterien wissenschaftlicher Theorienbildung:

  • Das erste und oberste Kriterium ist, dass der Gegenstand oder das Wesensmerkmal der Psyche die Methode seiner wissenschaftlichen Erforschung bestimmt.
  • Das zweite Kriterium ist, nach einer philosophischen Grundlagentheorie zu suchen, die der Eigenschaft des Gegenstands entspricht.
  • Daraus wird das dritte Kriterium abgeleitet, dass die Wissenschaftstheorie die Gegenstandsbeschaffenheit des Psychischen durch Grundbegriffe gegenstandsgerecht abbilden muss.
  • Des weiteren muss die Bildung der Grundbegriffe gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen.

Zwei gesicherte Übereinkünfte der Wissenschaft sind, dass alles Leben auf der Erde durch die Evolution entstanden ist und das Menschen eine gesellschaftliche Form der Lebensgewinnung entwickelt haben.

Aus diesen Kriterien wurde in der Grundlegen der Psychologie die Naturgeschichte des Psychischen von ihrer Grundform bis zur Besonderheit der menschlichen Psyche entwickelt.

Um die Frage zu beantworten, ob eine maschinelle Datenverarbeitung sich überhaupt für die Erfassung, Messung und Vorhersagbarkeit des Psychischen eignet, werde ich zunächst die Grundform des Psychischen und einer ihrer zentralen Funktion nämlich die Emotionalität darstellen. Wenn die Grundform des Psychischen sich der mathematischen Messbarkeit entzieht, entziehen sich alle anderen auf der Grundform aufbauenden Entwicklungen des Psychischen ebenfalls der Messbarkeit.

Eine wichtige Erkenntnis der Evolution ist, dass evolutionäre Entwicklungen aufeinander aufbauen, ohne das die vorherigen Spezifika grundlegend verloren gehen. Sie werden funktional auf der nächsten Entwicklungsstufe integriert.

Im nächsten Beitrag zeige ich dann, warum sich die menschliche Psyche sich erst Recht der mathematischen Messbarkeit entzieht.

Die Psyche zeigt ein interessantes und allgemein anerkanntes Gegenstandsmerkmal:

  • Es wird allgemein anerkannt, dass die Psyche im zentralen Nervensystem und im Gehirn verankert ist, dort aber als solche nicht unmittelbar beobachtbar oder messbar ist.

Alle Aussagen über das Psychische werden vermittelt über biologische, neurowissenschaftliche, psychologische und medizinische Interpretationen über menschliche Aktivitäten und Verhaltensweisen. Diese werden über Experimenten oder Befragungen gewonnen.

Weiter geht man in der Wissenschaft – im Gegensatz zu Religionen – davon aus, dass mit dem Tod auch die psychischen Aktivitäten enden, also keine Trennung von Körper, Geist oder Seele stattfindet.

Will man die Wesensmerkmale des Psychischen erkennen, muss man die Frage beantworten, wie kommt das Psychische im Laufe der Evolution in die Lebewesen und welche Funktion sowie welche Selektionsvorteile hat es für die Entwicklung des Lebens gehabt?

Das Psychische ist in der Grundform eine Widerspiegelungsfunktion von Lebewesen.

Es befähigt Lebewesen anhand von stoffwechselneutralen Umweltgegebenheiten sich gezielt zu orientieren. Das nennt der russische Psychologe Alexei Nikolajewitsch Leontjew „Sensibilität“ als die Grundform des Psychischen. Sie unterscheidet sich fundamental von der Reizbarkeit. Die Reizbarkeit ist funktionale Voraussetzung für die Orientierungsfunktion, weil sie die zielgerichtete Bewegung der Organismen in der Umwelt sicherstellt.

Die psychische Widerspiegelung ist eine artspezifisch inhaltliche Resonanz zwischen Organismus und Umwelt.

Die Sensibilität als Grundform des Psychischen ist notwendig geworden, weil durch die Abkühlung der Erde in der sog. Ursuppe feste Strukturen entstanden. Damit waren die Lebewesen gezwungen, artspezifische Bedeutungsstrukturen anhand einer festen und konstanten Umwelt zu entwickeln, weil die Nahrungsaufnahme nicht mehr über Osmose oder ähnliche Stoffwechselprozesse direkt an der Oberfläche der Organismen aufgenommen werden konnten.

Sie mussten sich also bewegen und anhand von stoffwechselneutralen Umweltgegebenheiten orientieren. Stoffwechselneutral sind alle Umweltgebenheiten, wie Gradienten:

  • Hell-Dunkel,
  • Hart-Weich,
  • Fest-Flüssig,
  • Warm-Kalt,

die zur Orientierung dienen.

Es ist in der Neurowissenschaft allgemein anerkannt, dass unser Nervensystem aufgrund von Bewegung entstanden ist. Pflanzen, die sich nicht bewegen, haben kein zentrales Nervensystem und keine dem Tier vergleichbare Sinnesorgane entwickelt.

Die Orientierungaktivitäten der Lebewesen gliederten sich in eine Hinführungsaktivität und eine Ausführungsaktivität. Die Hinführungsaktivität orientiert sich an stoffwechselneutrale Umweltgegebenheiten. Die Ausführungsaktivität vollzieht die stoffwechselrelevante Aktivität und schließt die Orientierungsaktivität ggf. erfolgreich ab.

Als Beispiel soll uns ein Frosch dienen.

Dieser hat sehr gute Ohren. Er kann aber schlecht sehen. Er hat eine lange klebrige Zunge, mit der er Fliegen fängt.

Damit der Frosch nun eine Fliege erfolgreich fängt, muss er das Geräusch des Flügels der Fliege so exakt zur Länge seiner Zunge wahrnehmen, dass er mit ausgestreckter Zunge die Fliege fangen kann. Das Geräusch des Flügels ist stoffwechselneutral und dient dem Frosch als Orientierungsfunktion zum Fang der Fliege. Nähert sich die Fliege dem Frosch, wird das Geräusch des Flügelschlags lauter. Der Frosch spiegelt die Lautstärke des Flügelschlags mit der Entfernung erfolgreich wider, wenn es der Länge seiner Zunge entspricht, um die Fliege erfolgreich zu fangen.

Es wird deutlich, dass das Psychische diese Orientierungsfunktion nur mit ausgebildeten Sinnesorganen realsieren kann.

Soweit ein Organismus darauf angewiesen ist, Nahrungsstoffe aufzusuchen, benötigt er einen internen Bedarf. Ein Organismus verbraucht zur Aufrechterhaltung seines Lebens Energie.

Das Nervensystem muss also eine innere Bewertung erzeugen, die für den Organismus ein zuverlässiges Signal ist, die relevanten Stoffe aufzusuchen, die er für die erfolgreiche Reproduktion seines Organismus benötigt.

Die Psyche ist schon in ihrer Grundform der Sensibilität eine objektive Widerspiegelung und Bewertung innerer Zustände und äußerer dafür geeigenten Umweltgegebenheiten für die erfolgreiche Reproduktion. Diese artspezifische Bedeutung-Bedarfsstruktur bildet eine unzertrennliche Einheit. Die Emotionalität als psychische Teilfunktion ist artspezifisch inhaltlicher Natur, damit die Lebewesen die jeweils notwendigen und gezielten Aktivitäten vornehmen können. Die Emotionen, die eine Aktivitäten zur Nahrungsaufnahme hervorruft muss eine andere sein als die, die zu einer Flucht führt.

Das Psychische ist eine Ganzheitlichkeit und immer mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Sie aufzuteilen in zwei Messungen von Kognition und Emotionalität ignoriert die ganzheitliche Gegenstandsbeschaffenheit des Psychischen und erzeugt maximal plausible mathematische Artefakte.

Eine isolierte Messbarkeit von Emotionen geht als schon in der Grundform des Psychischen an der Realität vorbei.

Über die quantenenergetische Spezifik der Psyche

Im nächsten Schritt erläutere ich die materielle Natur der psychischen Widerspiegelung, die sich einer exakten Messbarkeit entzieht.

Dabei nutze ich die umfangreichen Arbeiten der Quantenphysiker von Roger Penrose, Herbert Fröhlich und Lars Onsager. Ich stelle die Ergebnisse hoffentlich in der gebotenen Kürze und Nachvollziehbarkeit dar.

Ich verbinde quantentheoretische Annahmen, mit der Widerspiegelungstheorie und der Naturgeschichte des Psychischen. Das ist ein originärer Ansatz von mir ohne einen Anspruch auf wissenschaftliche Gültigkeit. Mein Ansatz basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen.

Es ist eine allgemein anerkannte wissenschaftliche Erkenntnis der Evolution, dass eins aus dem anderen hervorgeht. Wenn wir von der psychischen Widerspiegelung sprechen, dann muss die Widerspiegelung in der Natur vor Entstehung des Psychischen vorhanden gewesen sein.

  • Wie kommt also die Widerspiegelungsfähigkeit der anorganischen Materie in die Organismen, also in die organische Materie?
  • Was ist Widerspiegelung in der Natur und welche Gegenstandsbestimmung hat die Widerspiegelung in den Organismen?

In der Natur kennen wir die Widerspiegelungsfähigkeit der Materie auf kleinsten Energieniveaus, den Quanten. Die Quantentheorie sagt, dass ich an dem Energiezustand des einen Quantums, auf die Anwesenheit eines anderen Quantums zurückschließen kann. Die Quanten zeigen also ein energetische Widerspiegelungsfähigkeit. Auf der Ebene der Quanten gibt es keine mathematisch genaue Messbarkeit.

Wenn ich mit einem Thermometer die Wassertemperatur messen will, wird durch den Eintauchvorgang des Thermometers die Quanten in Bewegung gesetzt. Der Messvorgang selber verändert also den Messgegenstand. Quanten spiegeln also immer dynamische Umweltvorgänge wider. Sie sind immer in Bewegung. Ständige Veränderung ist ihr normaler Zustand.

Es gibt allerdings auf der Quantenebene eine Kohärenz. Damit ist gemeint, dass viele Quanten zusammenwirken und einen gemeinsamen Quantenzustand bilden.

In der anorganischen Welt stellt die Quantenkohärenz zur Umwelt keine systematische Beziehung her. Bei Quantenkohärenzen geht es um Schwingungs- und Wellenfunktionen, die in anorganischen Welt nur in extrem kalten Bereichen um Minus 158 Grad Celsius entstehen. Über Quantenkohärenzen können feinste Energien konstant erhalten und übertragen werden. Diese Eigenschaft nutzt man für die Entwicklung von Quantenrechner.

Herbert Fröhlich und Lars Onsager stellten 1968 die Annahme auf, das in Organismen, Quantenkohärenzen durch aktive Zellen zu Schwingungen von 10 Hoch 11 Hertz im Mikrowellenbereich entstehen. Fröhlich geht davon aus, dass sich Quantenkohärenz in den Zellwänden und Zellmembranen abspielen. Quantenkohärenzen in Organismen benötigen also keine niedrigen Temperaturen, sondern können durch Stoffwechselenergien im Organismus entstehen.

Sinnesorgane wären dann Quantendektoren, die in der Lage sind, Umweltgegebenheit in die verschiedensten Quantenkohärenzen und Frequenzen umzusetzen. Diese feinsten Energiezustände werden über die Zellwände der Nervenbahnen in den Kern der Nervenzelle transportiert. Im Kern der Nervenzellen führen dann die Quantenkohärenzen über die Mikrotubili zu Stoffwechselprozessen.

Diese werden in organische Substanzen umgesetzt und damit die Nervenkerne inhaltlich konfiguriert. Diese Konfiguration sind dann beim auftreten der Quantenkohärenzen wieder abrufbar, die zu den Stoffwechselprozessen im Zellkern der Neuronen geführt haben. Die Neuronen werden aktiv.

Eine zentrale Rolle zur Energietransformation spielt dabei das Wasser in den Organismen. Wasser in Organismen kann bis zu 60 verschiedene Zustände einnehmen. Bei 37 Grad Körpertemperatur zeigt Wasser ein Maximum an Strukturmöglichkeiten. Wasser in und um den Zellen kann kohärente Zustände einnehmen und damit eine sichere Übertragung der Quantenkohärenz in das innere der Nervenzellen sicherstellen.

Damit wäre auch das Phänomen erklärt, dass die Psyche zwar an ein Nervensystem gebunden ist, aber in den neuronalen Kernaktivität nicht erkennbar ist, weil sie eine vor- und nachgelagerte feinernegetische Funktion der Konfiguration und der Auslösung von Neuronenaktivitäten ist.

Die Wirkung von Quanten auf die Stoffwechselprozesse von Neuronenkerne konnte der Nobelpreisträger und Neurowisschaftler Susumu Tonegawa in einem Experiment mit Mäusen nachweisen. Er tüftelte eine Methode aus, die es ihm erlaubt, bestimmt Neuronen zu markieren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt feuern.

Dank eines optogenetischen Tricks bringt er diese Zellen dazu, ein lichtempfindliches Protein zu produzieren. Die Optogenetik ist eine biologische Technologie, um zelluläre Aktivität mit Licht kontrollieren zu können. Wenn die Forscher dann später durch Glasfaserkabel Licht ins Gehirn der Mäuse lenken, werden genau diese Zellen wieder aktiviert. Das weckt in den Tieren die Erinnerung an jene Ereignisse, die zum Zeitpunkt des Markierens gespeichert wurden.

Die Verbindung zur Quantenphysik erklärt sich durch den Nobelpreis von Albert Einstein. Einstein brachte 1905 die Quanten in die Atomphysik. Er erklärte einen mysteriösen photoelektrischen Effekt. Die Strahlung tritt aus der Oberfläche eines Materials nicht wie erwartet in Abhängigkeit der Intensität des Lichts, sondern von dessen Frequenz. Um das zu erklären, schrieb Einstein dem Licht, dass bisher als Welle galt, den Charakter eines Teilchens zu. Es überträgt seine Energie nicht kontinuierlich, sondern in Form kleiner Pakete, den Lichtquanten. Diese Erkenntnis brachte ihm später den Nobelpreis ein und nicht seine Relativitätstheorie.

Das Psychische ist in seiner Widerspiegelungsfähigkeit eine hochkomplexe und dynamische Resonanz zwischen Organismus und Umwelt auf der Basis quantenspezifischer Energien im Organismus. Das Wesen der Resonanz ist, dass sie eine artspezifische Beziehung zwischen zwei unabhängigen Polen (hier Organismus und Umwelt) aktiv herstellt. Die Resonanz ist nicht beliebig manipulierbar, weil beide Pole (Umwelt und Organismus) unterschiedlicher Natur sind. Sie treten erst durch die Resonanz in eine vorübergehende spezifische Beziehung.

Wenn die psychische Widerspiegelung ihrem Wesen nach quantenspezifischer Natur ist, die die Organismen funktional transformiert haben, dann entzieht sie sich den Methoden exakten mathematischer Messbarkeit. Selbst auf anorganischer Ebene gibt es auf Quantenebene keine genaue Messung, wie ich am Beispiel der Temperaturmessung des Wassers verdeutlicht haben. Auf organischer Ebene potenziert sich die Unverfügbarkeit der psychischen Widerspiegelung um ein Vielfaches, durch die o.g. Natur der dynamischen Resonanz.

Damit ist die zweite Frage beantwortet.

Fazit und Ausblick

Der Versuch mit der Mathematik die Psyche zu messen, ist vergleichbar mit dem Versuch, einen Nagel in den See zu hämmern oder wie schon erwähnt, mit dem Hammer Suppe zu löffeln. Die methodische Gegenstandsverfehlung wird auch nicht dadurch aufgehoben, in dem man nun versucht mit einem elektronischen Hammer – hier die maschinelle und elektronische Datenverarbeitung – Suppe zu löffeln.

Wenn die elektronische Datenverarbeitung sich also nicht eignet, psychische Phänomene zu erfassen, dann heisst es nicht, dass dieses trotz Gegenstandsverfehlung nicht massenhaft angewandt wird und eine gesellschaftliche Wirkung erzeugt. Schlechte Theorien und Methoden können eine Menge Schaden anrichten, vor allem wenn sie Wirtschafts- und Machtphantasien bedienen.

Aus gutem Grunde ist nach der EU-Richtlinie die Messbarkeit von menschlichen Emotionen verboten. Nur daran werden sich die Oligopole der Datenverarbeitung nicht halten.

Bevor wir den Schaden, den die Affective Computing in der Breite und Tiefe anrichten kann, betrachten, ist es sinnvoll, sich zunächst mit der Besonderheit der menschlichen Subjektivität als Widerspiegelungsverhältnis zwischen dem Individuum und seiner Lebensrealität anzusehen.

Das wird im nächsten Beitrag erläutert. Danach befasse ich mich mit dem Affective Computing, also der Erfassung der Gefühle mit der elektronischen Datenverarbeitung.

Der letzte Beitrag zu diesem Thema wird sich mit den Fragen der Datenverarbeitung von Palentir beschäftigen und ihre gravierenden Folgen für die freiheitlichen Grundrechte in unserer Demokratie aufzeigen.

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