Mitarbeiterbefragungen bleiben wie vieles in der Personalarbeit ohne Konsequenzen


Mitarbeiterbefragungen sind ein beliebtes Instrument. Ziel ist, die Arbeitssituation zu verbessern. Doch keineswegs immer münden die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen.

Etwas mehr als die Hälfte (53 %) laut einer Umfrage von YouGov – der Arbeitnehmer kennt Mitarbeiterbefragungen. Nach der Auswertung werden die Beschäftigten auch zu 87 Prozent über die Ergebnisse informiert. Bis zu diesem Punkt läuft alles nach Plan.

Nach dem Vorliegen der Ergebnisse müssten die Unternehmen entsprechende Maßnahmen entwickeln und in die Praxis einführen. Doch das geschieht nicht immer: Gerade einmal die Hälfte der Mitarbeiter gibt an, dass aus der Befragung ein Folgeprozess ausgelöst wird.
Laut der Umfrage von YouGobe lässt sich aus Sicht von mehr als jedem zweiten Arbeitnehmer (54 %) keine positiven Veränderungen nach der Mitarbeiterbefragung feststellen. Denn positive Veränderungen können eben nur eintreten, wenn konkrete Maßnahmen in den einzelnen Arbeitsbereichen umgesetzt werden.

Werden die Ergebnisse in konkrete Handlungen und Maßnahmen umgesetzt, sind Mitarbeiterbefragungen wirkungsvoll. Doch daran hapert es im Unternehmensalltag. Mitarbeiterbefragungen werden für das Befragungsinstitut YouGov sogar zum Verlustgeschäft, wenn die Anregungen der Beschäftigten nicht realisiert werden. Es werden mit jeder Befragung Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden.
Mitarbeiterbefragungen sind dann wertvoll, wenn sie mit einen Dialogprozess begleitet werden. Als Personalleiter habe ich mit diesem Format gute Erfahrungen gemacht. Es kommt darauf an, die Erwatungshaltungen, die möglicherweise mit einer Befragung ausgelöst werden, vorurteilsfrei zu erkunden und mit dem Machbaren im Unternehmen abzugleichen.


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2 Kommentare ↓

2 Kommentare - “Mitarbeiterbefragungen bleiben wie vieles in der Personalarbeit ohne Konsequenzen”

  1. Rainer Feldbrügge 6. Dezember 2013 um 13:56 #

    Hallo Herr Paechnatz,
    Sie weisen auf einen wichtigen Umstand hin: Analysen sind bei Managern so beliebt, weil sich Entscheidungen damit vermeiden lassen. Solange ich analysiere muss ich nichts entscheiden oder für eine Entscheidung geradestehen.

    Ich fürchte, dass Mitarbeiterbefragungen ein neuer Hype dieser verbreiteten Haltung geworden sind. Es gibt zwar ein vages Gefühl von Handlungsbedarf. Aber weil man sich nicht traut, startet man erst einmal eine Befragung. Und weil man sowieso noch nicht weiß, was man mit den Ergebnissen tun will, hat man auch keine Anforderung an Format und Validität der Auswertung. Das ist eine scheunentorweite Einladung an selbsternannte Experten, mit allerlei vagem Zeugs durch die Unternehmen zu ziehen.

    Ich teile Ihre Auffassung. „Don’t hunt what you can’t kill“: Wer keine Veränderung umsetzen will, sollte die Finger von solch mächtigen Instrumenten lassen.

    Schöne Grüße
    Rainer Feldbrügge

  2. Die fehlende Verknüpfung von Mitarbeiterbefragung und entsprechenden Handlungen ist ein interessanter Aspekt. Wir von persolog haben deshalb den Strategieplaner für Mitarbeitergespräche entwickelt. Damit wird das Mitarbeitergespräch nicht nur vorbereitet. Mit dem Tool werden gemeinsam Strategien und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet und festgehalten.
    Katrin Bohnenberger

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