So befreien Sie sich aus der emotionalen Sklaverei!


Überall wo Menschen miteinander zu tun haben, machen sie sich zu schaffen. In solchen Situationen kennen wir zwei Verhaltensweisen: Auskippen und Begraben.

Auskippen hat den Vorteil, dass wir uns sofort vom Ärger befreien und ihn nicht noch Abends mit nach Hause nehmen. Der Nachteil ist, es kann die Beziehung vergiften und der Konflikt eskaliert. Deswegen entscheiden sich die viele Menschen für das Begraben. Begraben hat den Nachteil, dass es den eigenen Körper vergiftet und den Konflikt nicht löst. So können weitere Konflikte zu einer seelischen Giftmülldeponie werden, die irgendwann explodiert. Ausserdem haben wir ein mieses Lebensgefühl, wenn wir uns dauerhaft ärgern. Beide Vorgehensweisen sind also nicht sinnvoll.

Es gibt einen dritten Weg, die Ärger so zu „recyceln“ und den Konflikt so zu lösen, dass er zu keiner weiteren Eskalation führt. Oder wenn sich der Konflikt mit anderen nicht lösen lässt, dass Sie zumindest sich nicht mehr so stark ärgern. Ärger ist ein sehr wertvolles Gefühl.

Wir ärgern uns immer dann, wenn wir uns nicht um unsere Bedürfnisse kümmern.

Mit der nun folgenden Vorgehensweise kümmern Sie sich um Ihre eigenen Bedürfnisse und das geht so:

Zeitnah nach der Konfliktsituation nehmen Sie ein leeres Blatt Papier und malen darauf ein T-Konto. In die rechte Spalten schreiben Sie als ersten Schritt, was war und was Sie und jemand anderes gesagt haben. In die linke Spalte schreiben Sie als zweiten Schritt rein, was Sie gleichzeitig gedacht und gefühlt haben, aber niemals wagen würden, zu sagen.

A kommt schlecht gelaunt am Montagmorgen in Ihr Büro und „knallt“ Ihnen neue Arbeit auf den Tisch.

(2. Schritt) Mein inneres Gefühl, meine inneren Gedanken, die ich nicht gesagt habe

(1.Schritt) Situation und das Gesagte

 

Der ist aber wieder schlecht drauf. Mit so einem miesen Gesicht sollte ein Chef nicht zur Arbeit kommen. Ich habe auch keine Lust heute zu arbeiten!

 

 

Könnte ja mal schließlich Guten Morgen sagen und sich nach mir erkundigen, wie es mir so geht und was ich so tun habe.

 

 

 

Stattdessen knallt er mit  – wie immer rücksichtslos seine Arbeit auf Tisch und lässt hier wieder die  Sau raus!

 

 

 

 

 

 

A: Hier diese Arbeit muss ganz schnell erledigt werden.

 

 

 

Sie: Das geht nicht so schnell, ich habe noch andere Dinge zu tun.

 

 

A: Das kann ich auch nicht ändern. Ich musste auch am Wochenende arbeiten, um diese Sache vorzubreiten. Ich muss mich da jetzt auf sie verlassen können.

 

A geht aus dem Raum!

Sie schauen sich die Linke Spalte an. Da sind viele Gefühle, viel Kraft und Energie enthalten. Sie stellen sich die einfache Frage:

Welches Bedürfnis ist hier für mich nicht erfüllt?

Wahrscheinlich ist es das Bedürfnis nach Wertschätzung oder Anerkennung. Das muss jeder für sich entscheiden. In dem Moment, wo sie das wissen, verschwindet der Ärger. Wenn Sie noch Restärger haben, dann deswegen, weil Sie sich das nächste Mal in der Situation sofort um Ihre Bedürfnisse kümmern sollen.

Wir können uns also nur über uns selbst ärgern. Ein andere Mensch ist zwar Anlaß für den Ärger, aber nicht die Ursache.

Nun können Sie – wenn es Ihnen möglich ist – zu dem anderen hingehen und ihn mitteilen, was Ihnen für eine gute Zusammenarbeit wichtig ist und was Sie sich dafür von dem anderen wünschen. Die Forumlierung „Wunsch“ ist sehr wichtig, weil viele Menschen gelernt haben, das sie die Bedürfnisse andere immer zu Lasten ihrer eigenen Bedürfnisse erfüllen sollen. Wenn ich einen Wunsch äußere, dann lasse ich die Erfüllung des Wunsches offen und es kann nicht als Forderung missverstanden werden.

Wichtig ist, dass Sie ihr eigenes Kopfkino ausstellen. Denn vieles tun wir nicht, weil wir denken, das wir denken, was alles sein und Schlimmes passieren könnte. Wenn Sie ihr Kopfkino ausstellen und sich aktiv für Ihre Bedürfnisse einsetzen, dann könnte Sie etwa so ins Gespräch einsteigen:

„Ich möchte gerne, dass Sie mir einen Moment zuhören und wir uns über die letzte Situation am Montagmorgen unterhalten. Ich arbeite gerne für Sie und erledige auch Unvorhersebares. Dafür wünsche ich mir für unsere Zusammenarbeit, dass Sie meine Arbeit anerkennen, meine Arbeitssituation respektieren und berücksichtigen. Können Sie meine Wünsche nachvollziehen?“

Wenn Sie nun diese Vorgehensweise mit der oberen linken Spalte vergleichen, dann stellen Sie fest, dass Sie ganz anders mit Ihren Gefühlen umgehen können. Sie können Ihre Bedürfnisse angemessen zu mitteilen ohne das etwas eskaliert. Sie fühlen sich dabei gut. Selbst wenn Sie die Situation nicht klären können, lernen Sie darüber, bewußter und schneller auf Ihre Bedürfnisse zu achten, Ihre Gefühle für sich zu nutzen und Ihr Lebensgefühl zu verbessern.

Wichtig ist, Sie müssen es häufiger tun. Emotionale Intelligenz ist eine Handlungskompetenz, die sich durch das tun entwickelt.
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